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Eignungsprüfung für Chemielehrer ?

Pressemitteilung:
11.8.2009

Eignungsprüfung für Chemielehrer ?
- Chemielehrer treffen sich auf dem Wissenschaftsforum
vom 31. August bis 2. September in Frankfurt/Main -


So macht Chemieunterricht Spaß

Chemielehrer treffen sich auf dem Wissenschaftsforum

 

Bei der immer deutlicheren Ausrichtung der Chemie an Aspekten der Nachhaltigkeit

ist es für Chemielehrerinnen und -lehrern wichtiger denn je, sich aktuell zu halten. Anregungen für einen ideenreichen und spannenden Chemieunterricht können sie auf der Fortbildungs- und Vortragstagung der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker erhalten, die in diesem Jahr anlässlich des GDCh-Wissenschaftsforums vom 31. August bis 2. September in Frankfurt/Main stattfindet. Interessante Diskussions- und Experimentalvorträge sowie Posterbeiträge und die Auszeichnung besonders engagierter Chemielehrer und -didaktiker stehen im Mittelpunkt der Tagung.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse von Vergleichstudien wie TIMSS und PISA


werden in Frankfurt aber auch kritische Fragen gestellt, beispielsweise wie andere Länder ihren Chemieunterricht gestalten. Im Rahmen des Projekts „Teaching chemistry around the world“ haben Wissenschaftler an der Universität Bielefeld u.a. festgestellt, dass erfolgreiche PISA-Länder wie Finnland und Singapur sehr genau und selektiv auf die Auswahl der Lehramtsstudierenden achten. Damit werden Ergebnisse anderer Untersuchungen, beispielsweise der OECD und von McKinsey, bestätigt. Schließlich hängt die Qualität des Unterrichts entscheidend von den Lehrkräften ab. Nicht nur in Finnland und in Singapur wird vor Zulassung zum Lehramtsstudium die Eignung der Kandidaten überprüft.

Auch in Deutschland sollte künftig mehr auf die Kompetenz der Lehramtskandidaten geachtet werden.
Welche Möglichkeiten es gibt, wird in Frankfurt an international praktizierten Auswahlverfahren vorgestellt.
Dr. Kurt Begitt, stellvertretender Geschäftsführer der GDCh, merkt dazu jedoch an, dass mit einer Eignungsprüfung für Lehramtskandidaten der Chemie in Deutschland niemand abgeschreckt werden dürfe, diesen interessanten Beruf zu ergreifen.

„Nach wie vor mangelt es in Deutschland an Chemielehrern und -lehrerinnen. Unsere Fachgruppe sieht es als ihre Aufgabe an, mehr Abiturienten für diesen Beruf zu gewinnen.“ Dazu müssten aber auch die Universitäten die Bedeutung der Lehramtsstudiengänge stärker herausstellen und den Studierenden für das Lehramt Chemie attraktive Studienangebote machen, so Begitt.

Mit einem guten, motivierenden Unterricht

legen Lehrerinnen und Lehrer zugleich auch den Grundstein für spätere Berufsentscheidungen und das Image eines Fachs. Beides ist für die Chemie besonders wichtig, gilt es doch, dem erwarteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Image weiter zu verbessern.
Das von der EU-Kommission geförderte Projekt CITIES, an dem, koordiniert von der Hochschule Fresenius in Idstein, u.a. die GDCh und die Frankfurter Goethe-Universität mitwirken, stellt auf seiner Homepage didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien, Hintergrundmaterialien zur chemischen Industrie in Europa und zur Chemie im Kontext mit europäischer Politik sowie Bildungswege in der Chemie in verschiedenen Sprachen vor. Das Projekt wird auf der Frankfurter Tagung erläutert.

Wissenschaftler an der Universität Frankfurt haben aber auch die Frage gestellt, ob die Generation der Web-Kids überhaupt noch den Lehrer zentrierten Unterricht will oder ob sich die „Digital Natives“ ihr Wissen nicht lieber über die universell bereitstehenden Web-Ressourcen beschaffen wollen. Auf der Tagung wird Webquest vorgestellt, computerbasierte Unterrichtseinheiten, die Lehrinhalte des Curriculums unter Einbindung von Versuchen schülergerecht umsetzen. Und es wird vermittelt, wie Unterricht mit Webquest strukturiert werden kann und welche Aufgaben dabei von Schülern und von Lehrern übernommen werden.

Außer Frage steht aber, dass gelungene Experimente Schülerinnen und Schüler nach wie vor faszinieren und Bestandteil des Chemieunterrichts bleiben müssen. Allerdings kann man die Experimente zusätzlich noch mit aktuellen Dingen verknüpfen, für die sich Kinder und Jugendliche gerade interessieren. Das können Sequenzen aus Spielfilmen sein, wie das Projekt ChemCi (Chemistry and Cinema) zeigt, das von Didaktikern der Pädagogischen Hochschule Freiburg vorgestellt wird. Oder man kann im Unterricht Harry Potters magische Fähigkeiten mit den Möglichkeiten der modernen Chemie verknüpfen und so Schüler motivieren und verzaubern, wozu Didaktiker der Technischen Universität Dortmund Ideen ausgearbeitet haben.

Doch gute Experimente können auch ohne Bezug auf aktuelle Filme oder Literatur Basis für die Erarbeitung chemischer Kenntnisse sein. Die Einführung in die Elektrochemie kann zum Beispiel mit einer Strom leitenden Kartoffel und einer Reihe von anderen anschaulichen und verblüffenden Experimenten erfolgen, wie Wissenschaftler von der Rostocker Universität in einem Experimentalvortrag zeigen. Didaktiker der Universität Oldenburg stellen neue Versuche zum Thema Farbigkeit von Stoffen vor, das trotz großem Alltagsbezugs droht, aus den Kerncurricula gestrichen zu werden. Frankfurter Didaktiker haben sich Gedanken darüber gemacht, wie man die möglichen Wege der Treibstoffsynthese aus Biomasse im Experimentalunterricht darstellen kann.

Auch Lehrer stellen neue Ideen in Frankfurt in Vorträgen vor, so ein Lehrer vom Hüffertgymnasium in Warburg, der sich mit sicheren und schnellen LowCost-Schülerexperimenten befasst, oder ein Lehrer von der Albert-Einstein-Schule in Laatzen, der die bei Schülern wegen ihrer aufwändigen Mathematik wenig beliebte Reaktionskinetik an Hand von neuen Experimenten schmackhaft macht.

Die sachkundigen und erfolgreichen Arbeiten eines Lehrers zur Gestaltung eines modernen experimentellen Unterrichts werden in Frankfurt besonders gewürdigt: Studiendirektor Theodor Grofe von der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg erhält den mit 2.500 Euro dotierten Friedrich-Stromeyer-Preis. Anerkannt werden vor allem seine Beiträge zur Konzeption und Durchführung prägnanter Experimente für den Schulunterricht, ihre didaktische Einbindung in logisch konsistente Lehrgänge und ihre Vermittlung im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für Lehrkräfte und in der Lehrerfortbildung.

Erstmals vergibt die Fachgruppe Chemieunterricht einen Preis für Grundschullehrer und –lehrerinnen, der ebenso wie der Friedrich-Stromeyer-Preis von der Darmstädter Firma Merck gestiftet wird.
Preisträgerin ist Sabine Sadlo, die die Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule in Leuna leitet und die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre vielfältigen Aktivitäten erhält, Chemie schon im Grundschulalter zu etablieren. U.a. baute sie Chemieprojekte für die Klassen 1 bis 4 auf, gründete eine Arbeitsgemeinschaft Chemie ab Klasse 1 und richtete ein Chemiekabinett ein. Die Leunaer „ChemieKids“ sind zum Markenzeichen ihrer Schule geworden.

Den Manfred-und-Wolfgang-Flad-Preis, gestiftet vom Institut Dr. Flad in Stuttgart, und dotiert mit 4.000 Euro, erhält Simone Krees von der Bergischen Universität Wuppertal. Ausgezeichnet wird sie zwar für ihren Experimentalvortrag auf der Fachgruppentagung 2008 in Potsdam mit dem Titel „Moleküle zu Gast beim Zuckerwirt“. Generell aber werden ihre experimentellen Arbeiten gleichermaßen von Fachwissenschaftlern, Fachdidaktikern und Lehrkräften wegen ihrer Anschaulichkeit und Praktikabilität hoch gelobt. Nicht nur ihre experimentelle Kreativität, sondern auch ihre Arbeitsblätter, Zeitschriften- und Buchbeiträge sind hervorzuheben. In Frankfurt lautet ihr Vortragstitel „Auf den Spuren der Photovoltaik – Kompaktzellen mit Rasierscherblättern“.

 

Kontakt:
Dr. Renate Hoer

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)
Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de
www.gdch.de

Geschäftsführer: Professor Dr. Wolfram Koch
Registernummer beim Vereinsregister: VR 4453
Registergericht Frankfurt am Main

Quelle: GDCh-Pressemitteilung v. 11.8..5.2009

 

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