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Tagungsbericht - 9. Kolloquium des Arbeitskreises Prozessanalysentechnik PAT - 28. und 29. November 2013 bei der BASF in Ludwigshafen
 

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Die Podiumsdiskussion zum Themenschwerpunkt Zukunftsprojekt Industrie 4.0


 

Zunächst zur Einstimmung etwas über den Hintergrund des Begriffs Industrie 4.0
Was ist die Industrie 4.0?
Zumindest bei der Definition der industriellen Entwicklung gibt es eine gemeinsame Basis der Beteiligten, hier zitiert aus einer Keynote von W. Wahlster auf dem
Trendkongress 2012.
 
Legende zum Bild

1. Industrielle Revolution
Eine Maschine (Foto: Getty) löst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die erste industrielle Revolution aus - mechanische Produktionsanlagen mit Hilfe von Wasser- und Dampfkraft wurden möglich.
die Süddeutsche

2. Industrielle Revolution
durch Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion mit Hilfe von elektrischer Energie

3. Industrielle Revolution
durch Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion

4. Industrielle Revolution
auf der Basis von Cyber- Physischen Systemen - und die Cyber Security gehört dazu!

 

 

Jetzt zur Podiumsdiskussion

 

... und endlich wird über die Zukunft der Prozessindustrie
diskutiert in einem offenem Fachgremium.

Die Diskussion

Konsens ist :
Industrie 4.0 ist z.Zt. noch eine Vision - Hauptthema hierbei ist : IT zu integrieren in die Produktionsprozesse - ist dann Bestandteil der Produktion und der Produkte - indirekte Konsequenz : Umbenennung des AK PA in AK PAT / Prozessanalysentechnik

Grundlegender Nicht-Konsens ist :
die Zwickmühle : ist der Markt oder sind die Anwender der geforderte Innovator?

Warnungen/Bedenken gab es auch sehr intensive :
die Chemie ist immer noch in der Steinzeit - Industrie 4.0 ist Wundertüte - Kulturwandel notwendig - Generationesfrage? - Physik und IT-Menschen wachsen zusammen - PAT ist Getto, Öffnung nach außen muss sein

Übereinstimmung gab es für das notwendige Ziel :
Die Chemie kann sich vom Business-Bereich etwas abschauen - dort ist die integrierte Gesamtbetrachtung schon Standard, d.h. für die Chemie ist jetzt der gesamte Prozess einschließlich der Produkte zu betrachten.

Kritik wird an Herstellern und Anwendern geübt :
Da man in der PAT nicht so genau weiß, was man eigentlich misst, braucht man bessere Sensoren für das Data Mining - heute ist man noch meilenweit von dieser Voraussetzung entfernt - dies ist die Herausforderung für die PAT - die Hersteller machen z.Zt. gar nichts, da Industrie 4.0 nur eine Marktnische ist und nur machen, was Geld bringt- also Anwender müssen die PAT-Hersteller fordern, was sie aber nicht (genügend) tun.

Einwand eins aus dem Zuhörerkreis :
auch unscharfe Daten geben ein Bild vom Prozess, aber : ist das Basis für eine 'Religion'?

Einwand zwei:
es gibt schon genug Daten, aber wo sind die richtigen? Die Roadmap 2005+ ist zu überarbeiten im Sinne von Industrie 4.0.

Einwand drei :
Der Markt muss die Technologie zur Verfügung stellen - Als Beispiel hierfür wird Steve Jobs mit dem ipad gemacht, das auf einem zunächt nicht vorhandenm Markt Furore machte - also wireless-Funktion für jedes Analysengerät von den Herstllern.

Einwand vier :
Die Chemie ist ein geschlossener Kreis von Super-Spezialisten - doch müssen diese problemlos Geräte verschiedener PAT-Hersteller einfügen können - Lösungsvorschlag : gemeinsame Datenbank für Erfahrungswerte (Wissenspool) von den verschiedensten Geräten.

Einwand fünf :
wo sind die PAT-ausgebildetden Techniker? - neue Konzepte für Lehren und Lernen werden gefordert - duales Lernen (Industrie und HS) sind existenziell notwendig.

Die wichtigsten Elemente in den nächsten Jahren :

  • Informatik wird integraler Bestandteil der Produktion
  • Physiker&Chemiker&Informatiker denken gemeinsam
  • der Kulturwandel muss von oben erfolgen
  • mehr Interdisziplinarität gefordert
  • Dogmen beerdigen - notwendig : endlich etwas tun!!

Die politische Komponente (BMF)

Auch die Politik hat die Bedeutung des Wandels in der industriellen Produktion erkannt. Aus der Fülle der teilweise unübersichtlichen, unkoordinierten und sich überschneidenden Regierungspapiere hier als ein Beispiel ein Text aus dem BMF :

Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Durch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt immer weiter zu einem Internet der Dinge zusammen. Die Kennzeichen der zukünftigen Form der Industrieproduktion sind die starke Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion, die weitgehende Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse und die Verkopplung von Produktion und hochwertigen Dienstleitungen, die in sogenannten hybriden Produkten mündet. Die deutsche Industrie hat jetzt die Chance, die vierte industrielle Revolution aktiv mitzugestalten. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 wollen wir diesen Prozess unterstützen.
Eine immer größere Bedeutung erlangen dabei die sogenannten Cyber-Physical-Systems (CPS), d.h. die Vernetzung von eingebetteten IKT-Systemen untereinander und mit dem Internet.

Zukunftsprojekt Industrie 4.0 des BMF

Das Podium

Chair : Armin Scheuermann, CIT

Die Experten :
Dieter Schaudel, SCHAUDELconsult, Freiburg
Initiator der Roadmap Prozess-Sensoren 2015+, engagierter Diskussionspartner zum
Thema „Industrie 4.0“

Prof. Dr. Rudolf Kessler, Hochschule Reutlingen
Prozessanalytiker mit Leib und Seele, langjährige Erfahrung mit industriellen Forschungsprojekten - Industrie 4.0 schon auf dem 8. Kolloquium 20012

Dr. Michael Kloska, BASF SE, Fachzentrum Prozessanalysentechnik
Prozessanalysentechniker mit Sicht der Chemie auf Industrie 4.0 und PAT

Dr. Thomas Natschläger, Software Competence Center, Hagenberg/AT und PAC IT-Spezialist

 

Industrie 4.0 – Veränderungen für Produktion und Markt

Die VDI-Tagung „Industrie 4.0“ am 4. und 5. Februar 2014 in Düsseldorf diskutiert Herausforderungen wie Big Data und
IT Security

 

 

Auf den Weg in die Zukunft der Industrie 4.0

Die Produktion im Elektronikwerk Amberg ist zu 75% automatisiert. Manuelle Arbeit gibt es nur noch dort, wo es sich aufgrund geringer Stückzahlen nicht lohnt, zu automatisieren. Amberg ist Vorzeigewerk und heute schon ein digitales Unternehmen - und auf dem besten Weg zur Industrie 4.0-Produktion, in der das zu ferigende Produkt praktisch seine Produktion selbst organisiert.
Dazu müssen alle Objekte in der Fabrik wie Materialgebinde, Produkte und Maschinen mit kleinsten Prozessoren, Speichern, Sensoren und Sendern ausgestattet werden. So können sie, mit der richtigen Software ausgestattet, während der Produktion ständig Informationen und Befehle miteinander austtauschen.

Damit erhalten diese physikalischen Objekte in der Fabrik eine Identität und Kommunikationsfähigkeit.
In der Industrie 4.0 spricht man von "Cyberphysikalischen Systemen" (CPS)
.

Menschenleer werden die Fabriken der Zukunft deswegen nicht sein.

Textquelle : SiemensWelt

 

   

 



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